Ehemaliges Gelände der Wasagchemie in Haltern-Sythen
✦ KI-Zusammenfassung
Im Rahmen der Berichtsvorlage 2016/021 wird über die aktuelle Situation auf dem ehemaligen Gelände der Wasagchemie in Haltern-Sythen informiert. Im Oktober 2015 wurden bei Erkundungs- und Sanierungsarbeiten im Bereich der ehemaligen PER-Anlage umfangreiche Mengen an Sprengstoffrückständen im Entwässerungssystem von Füll- und Delaborierungsbetrieben entdeckt. Diese Rückstände stammen aus dem Zeitraum zwischen 1916 und 1922. In dieser Zeit wurden sprengstoffhaltige Abwässer über etwa 100 Meter lange Leitungsstränge gezielt in Versickerungsgruben geleitet. Die Abwasserleitungen enthielten teilweise konzentrisch verlaufende Stahlrohrleitungen zur Erwärmung des Abwassers.
Die Bergung und Entsorgung der Abwasserleitungen erfolgte durch ein Fachunternehmen in der zweiten Kalenderwoche 2016, wobei die Maßnahmen vorab mit dem Dezernat 55 der Bezirksregierung Münster abgestimmt wurden. Aufgrund von Leitungslücken und der Nutzung der Versickerungsgruben ist mit Bodenverunreinigungen zu rechnen. Die genauen Belastungsbereiche müssen noch eingegrenzt werden.
Zudem zeigt ein Grundwassermodell, dass sich die sprengstofftypischen Schadstoffverbindungen im Grundwasser weiter ausgebreitet haben. In der Folge wird eine Erweiterung des bestehenden Grundwassernutzungsverbots notwendig. Eine abschließende Abgrenzung der Erweiterung ist erst nach der Einpflege weiterer Daten in das Grundwassermodell möglich. Die Erweiterung des Verbotsgebiets soll voraussichtlich im März 2016 per Allgemeinverfügung erfolgen.
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